Substack 2.0: Das Bigger Picture
Substack’s Bigger Picture
Substack stirbt nicht.
Aber die Illusion, die du über Substack hattest - die stirbt gerade.
Es gibt diese eine Frage, die gerade überall herumschwirrt:
Macht Substack sich gerade selbst kaputt? Oder hängen wir Nutzer nur an einem Fragment eines viel größeren Plans?
Die einen rufen „Instagram-isierung“. Andere schwören: „Substack Verkauft seine Seele.“ Aber die wenigsten sehen, was hier wirklich passiert:
Nicht Substack verändert sich gegen seine Nutzer — die Nutzer prallen mit ihren Erwartungen gegen die Realität.
Die Substack Gurus haben es schon längst gecheckt und sind vorbereitet.
Das alte Eisen der Plattform hingegen will ein Substack, das tief, langsam und möglichst still ist. Nicht laut und oberflächlich, wie Instagram & Co.
Doch Substack rennt längst in eine andere Richtung. Veränderung steht bevor. Und wer mag das schon? Denn sie fühlt sich immer an wie ein Angriff.
Es mag sich anfühlen, wie ein Krieg gegen die Creator - aber nur aus der Wahrnehmung der Nutzer.
Der wahre Kampf Substack’s ist gegen eine zu enge Definition von „Blog-Plattform”.
Dafür haben sie vor kurzem eine dicke Finanzspritze der Investoren injiziert bekommen.
Mit 100 Millionen US-Dollar der Investoren und einer Bewertung von 1,1 Milliarden US-Dollar, ist klar wo die Reise hingeht.
Sie haben frisches gedrucktes Geld. Sie haben Druck. Und sie haben ein Ziel:
Wachsen. Und das radikal.
Das bedeutet: Sie müssen mehr werden, als nur eine Blog-Plattform. Mehr als ein Newsletter-Hub.
Sie versuchen ein Medien-Ökosystem zu erbauen, was die Eigenschaften aller anderer Social Media Plattformen beinhaltet:
Notes
Video
Podcasts
Feeds
Badges
Paid Communities
Discovery
Wachstum
Ein Greatest-Hits-Mix aus YouTube + TikTok + LinkedIn + Instagram + X + Threads + School.
Hab ich was vergessen?
Dieses riesen Mambo Jumbo stößt dem Nutzer sauer auf.
Aber es ist nicht für ihn. Sondern für die Zukunft der Plattform.
Warum mach Substack das?
Weil jede Medienform - ob Social Media, Podcast, Newsletter oder TikTok - früher oder später dem gleichen Trend folgt:
Der TV-isierung. Sie werden zum TV.
YouTube → Videopodcasts → Fernsehen 2.0
Podcasts → Videopodcasts → Fernsehen 3.0
Instagram → Reels → Mini-TV
TikTok → Endlos-Doomscroll-TV
X → Livestreams + Shows → Talkshow-TV
Entertainment tendiert immer zu TV, weil TV das ist, was Menschen am längsten und zuverlässigsten konsumieren.
Mehr Aufmerksamkeit = Mehr Werbung = Mehr Einnahmen.
Substack versucht, zurück zur sozialen Interaktion zu kommen, während alle anderen zu Fernsehern werden.
Eine Plattform, in der Austausch wieder mehr Gesicht hat, als reiner Konsum.
Und genau deshalb blasen sie ihre Plattform gerade massiv auf.
Wir sind die ersten Bewohner einer Kleinstadt, bevor die Wolkenkratzer gebaut werden.
Man fühlt sich eingeengt, übersehen und überrannt. Das Tempo des Lebens ist nun ein anderes.
Vielleicht ist das der Preis der Sichtbarkeit. Die, auf die alle so langersehnt warten.
Wolkenkratzer mit Kellerbau
Sie versuchen etwas zu schaffen, das es so noch nicht gibt:
die Tiefe eines Blogs
die Verbindlichkeit eines Newsletters
die Community-Energie einer Social-Plattform
die Reichweite eines Feeds
das Entertainment-Level eines TV-Mediums
Die All-In-One Creator-Stadt.
Während die Plattform hoch hinaus will, sorgen die Creator dafür, dass sie tief bleibt. Jedenfalls ist es unsere Aufgabe, wenn wir das erhalten wollen, was wir so hoch predigen.
Das macht dich nicht zu einem Konsumenten. Sondern zum Fundamentbauer. Und deine Arbeit soll entlohnt werden. Für das Vertrauen, was du der Plattform geschenkt hast.
Wer heute bleibt, wird später belohnt.
Denn jede Plattform braucht ihre Early adopter, die:
Stimme haben
Haltung haben
Authentizität verkörpern
Pioniere sind
Warum fühlt es sich für Creator trotzdem scheiße an?
Weil Substack schon 10 Jahre voraus schaut. Wir hingegen nur 10 Wochen.
Sie müssen wachsen. Du willst, dass alles bleibt, wie es war.
Beides ist verständlich. Beides ist wahr. Aber nur eines wird die Plattform retten.
That’s the game.
Was das für dich bedeutet
Substack ist Social Media. Und Social Media ist ein Spiel.
Wer das Spiel versteht, gewinnt. Dafür musst du die Regeln kennen.
Es gibt einen Grund, warum die großen US-Substacker 2026 All-In auf Notes setzen. Weil dort das größte Wachstum wartet.
Wer Notes versteht, versteht die Zukunft von Substack.
Es ist der Ort, wo der Austausch mit der Masse stattfindet.
Social Media lebt von Socializing. Und je mehr du darauf setzt, an desto mehr Nutzern wird auch dein Content ausgestrahlt.
Der Algorithmus priorisiert dann:
Kommentare
Reposts
Collabs
Und das wichtigste:
Consistency
Die Ära des automatischen Wachstums ist vorbei. Wäre auch zu schön, um wahr zu sein.
Maskenball: Social Media
Aber kein Grund für Panik. Nun wo Substack Social Media geworden ist, hat es auch eine Einladung zum Maskenball bekommen.
Jede Plattform hat ihre Maske. Du siehst sie, wenn du die App öffnest und die Stimmung analysierst.
LinkedIn hat Business-Attitüde.
Threads ist emotional offen
X hat einen politischen Anstrich
TikTok schafft Trends und unangenehme Tänze
YouTube begünstigt Anti-Perfektion (neue Creator werden inzwischen bevorzugt)
Und Substack? Hat keine.
Das ist die Maske.
Wer sich für dein Newsletter einträgt, vertraut dir automatisch eine E-Mail an. Das ist ziemlich intim, weil es die direkte Kontaktaufnahme mit dir ermöglicht.
Substacks Werte sind: Vertrauen, Stimme, Haltung, Authentizität.
Wenn du meinen Content schon etwas verfolgst, weißt du, wie du das zu deiner Stärke machen kannst.
Es gibt also auch gute Nachrichten. Denn es baut sich ein Spiel auf, welches man ehrlich spielen kann und sollte.
Substack 2.0
Die Welt verändert sich. Creator müssen lernen, etwas zu werden, was nicht verdrängbar ist. Weder von KI, noch von der Flut von Oberflächlichkeit.
Vielleicht hast du Angst vor Substack 2.0. Und vielleicht ist es nicht der Wandel, sondern das wozu er dich zwingt: die Größe die du entwickeln musst.
Du hast keine Angst vor dem Neuen. Du hast Angst vor der Version von dir, die das Neue von dir verlangt. Die Version, die lauter wird. Echter und unübersehbar.
Das ist der Grund, warum die stehenbleiben und aufhören, während andere wachsen. Weil die einen sich trauen, dem Neuem entgegenzutreten. Und die anderen noch an den “guten alten Zeiten” hängen.
Die einen schauen zurück. Die anderen angriffslustig nach vorne.
Das sind die letzten Worte, die ich dir mitgeben will:
Mach dich nicht abhängig von Substack.
Mach Substack abhängig von dir.
Das ist das Bigger Picture.
Bis dann,
-Maximus
Hier geht es zu weiteren Newslettern, die dir gefallen könnten:






Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Bevor die US-Updates bei uns Anklang finden (wenn überhaupt) kann es gut 1 Jahr dauern.
So langsam adaptiert der deutsche Markt...
Schau, wie groß das englischsprachige Substack ist und wie nischig die deutsche Variante...
Was ich sagen will: Bis hier Ads laufen und alles Kommerz wird,kann es noch Jahre dauern.
Aber es wird passieren, wenn die Plattform wächst.
Und wenn nicht, wird sie sterben wie Xing.
Starke Analyse, Maximus. Da steckt viel Realität drin, und in etlichen Punkten sehe ich das genauso – besonders was die neue Mechanik der Plattform betrifft und den Druck, der jetzt von außen reingepumpt wird. Man spürt, dass Substack gerade versucht, sich selbst neu zu erfinden, und du hast das sehr präzise auf den Punkt gebracht.
Vielleicht komme ich einfach aus einer anderen Richtung hierher.
Ich bin nicht auf Substack gelandet, weil ich auf die nächste Creator-Stadt gewartet habe, sondern weil mir praktisch alle vorherigen Bühnen systematisch abgedreht wurden.
Facebook: 3 Accounts mit knapp 4k Follower gelöscht.
X/Twitter: knapp 200 0Follower Shadoaban, Reichweite auf dem Level eines Kronkorkens.
LinkedIn: Schattenwand und mutierte zur Bühne der Selbstoptimerer. Wärend Corona Account gesperrt dann gelöscht.
Telegram: totgedrosselt.
Am Ende blieb mir nur noch ein Ort, an dem man überhaupt noch schreiben konnte, ohne sofort von einem hypernervösen Algorithmus sortiert, etikettiert oder weggedrückt zu werden. Für mich war Substack kein Trend – eher eine Zuflucht. Bis dato...
Ich bin hergekommen wegen der Freiheit.
Wegen der Tiefe.
Wegen der Möglichkeit, wieder komplette Gedanken zu formulieren, ohne dass ein „Community Standard“-Wächter mit nervösem Finger schon im Hintergrund kaut.
Dass Substack sich jetzt Richtung Social Media bewegt, habe ich früh bemerkt. Ich habe mir nie illusorische Lebenspartnerschaften mit Plattformen eingeredet – jede Plattform kippt irgendwann. Das ist keine Frage von Ideologie, sondern von Marktdynamik und Investorendruck.
Aber:
Substack ist für mich nach wie vor der einzige Ort, an dem nicht 98% der Leute im kognitiven Autopilot durch die Timeline driften, sondern Leser existieren, die wirklich lesen, denken, reagieren. Darum bin ich hier.
Ich glaube nicht an die Plattform.
Ich glaube an meine Leser.
Und Substack ist aktuell der einzige Ort, an dem man sie noch ohne Knebel erreicht.
Parallel baue ich mir mit meinem „www.Strafplaneten.com“ meine eigene Basis – weil ich weiß, dass jede große Plattform irgendwann instabil wird. Wenn der Tag kommt, ziehe ich weiter. Aber die Community zieht hoffentlich mit.
Bis dahin nutze ich die Bühne, so wie sie ist.
Und deine Analyse hilft, das Ganze strategisch klarer zu sehen.